Landshut (epd). Etwa 2400 Mitwirkende haben am Sonntagabend (18. Juni) einen ökumenischen Gottesdienst zum Abschluss der Proben für die "Landshuter Hochzeit" gefeiert. Es brauche Hoch-Zeiten wie die Festspiele, weil "Feste das Leben transzendieren", sagte die evangelische Landshuter Dekanin Nina Lubomierski in ihrer Predigt auf der Ringelstecherwiese. Sie durchbrächen den Alltag und die "Gedankenkreise über Schmutzwäsche und Einkäufe, Rechnungen und Kindersorgen". Auf guten Festen könnten Menschen das erleben, "was Jesus uns geboten hat: Wir sorgen uns nicht um den morgigen Tag. Wir leben im Jetzt", sagte die Landshuter Dekanin. Dort seien die Fülle des Lebens, Liebe und Vergebung, Freiheit und Mitgefühl.
Hoch-Zeiten könnten den Blick über den Alltag hinaus auf das große Ganze hin weiten, sagte die Dekanin weiter. Für die einen sei das große Ganze die Freundschaft und die Geselligkeit. Für andere der Moment, in dem der Schmerz nachlasse und das Herz sich wieder mit Freude fülle. Sie freue sich auf den Moment, "in dem das Warten endlich ein Ende hat und klar wird: Jetzt wird gefeiert". Normalerweise gehen die Festspiele alle vier Jahre über die Bühne. Wegen der Pandemie war die Spielzeit 2021 ausgefallen, die Veranstalter hatten sie auf das Jahr 2023 verlegt.
Am vergangenen Sonntag begingen sämtliche Mitwirkenden die dritte und letzte große Wiesen-Probe vor der Eröffnung. Die Generalprobe am 24. Juni werde bereits in Kostümen gefeiert, sagte eine Sprecherin der Veranstalter. Die Premiere ist am Vorabend des 30. Juni, dem offiziellen Beginn der historischen Feierlichkeiten rund um die Eheschließung des jungen Herzogs Georg von Bayern und der polnischen Königstochter Hedwig im Jahr 1475. Die Festspiele enden am 23. Juli.