München (epd). Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Bayern fordert die künftige bayerische Staatsregierung auf, mehr Sozialwohnungen zu bauen. "Es ist ein krasses Missverhältnis, dass die Zahl an Sozialwohnungen Jahr für Jahr abnimmt, während die Mieten munter weiter steigen", sagte der bayerische DGB-Vorsitzende Bernhard Stiedl laut Mitteilung am Montag in München. Gerade in den bayerischen Ballungszentren müssten Menschen teilweise 40 bis 50 Prozent ihres Einkommens für Miete ausgeben, hinzu kämen "die explodierenden Nebenkosten als Folge der Energiekrise".

Ende 2022 habe es in Bayern 133.129 Sozialwohnungen gegeben, zeigten Zahlen der Bundesregierung als Antwort auf eine Frage der Bundestagsfraktion der Linken. Dies seien 423 Wohnungen weniger als 2021. 2012 habe es sogar noch 158.000 Sozialwohnungen gegeben.

Stiedl forderte außerdem die Wiederbelebung des kommunalen sowie des genossenschaftlichen Wohnungsbaus und den Bau von "attraktiven und kostengünstigen Azubi-Wohnheimen in Form gemeinnützig getragener Azubi-Apartments". Aktuell seien vor allem in den Ballungszentren zahlreiche Ausbildungsplätze unbesetzt, unter anderem, weil sich die jungen Menschen die hohen Mieten mit ihrer Ausbildungsvergütung oft nicht leisten könnten. Günstige Azubi-Wohnungen seien ein "wirksames Instrument, um dem Fachkräfteengpass in vielen Branchen zu begegnen", sagte der bayerische DGB-Vorsitzende.