Neuendettelsau (epd). Das evangelische Sozialunternehmen Diakoneo will sich künftig vor allem auf die beiden Arbeitsbereiche Bildung und Dienste für Menschen konzentrieren. "Wir werden schon dieses Jahr im operativen Bereich wieder schwarze Zahlen schreiben", sagte Ina Strickstrock, Vorständin für Personal und Unternehmensentwicklung bei Diakoneo, dem Evangelischen Pressedienst (epd). Das Sozialunternehmen war vor allem wegen seiner Gesundheitssparte in finanzielle Turbulenzen geraten und saniert sich gerade.

Man wolle sich künftig vor allem als Betreiber von Schulen, Kitas und Horten profilieren, betonte Strickstrock. Dazu suche man sich Investoren, die die Gebäude bauen und betreiben. Die Baulast war zuletzt beispielsweise im Schulbereich deutlich geworden, als die finale Schließung des Diakoneo-Förderzentrums St. Laurentius in Neuendettelsau wegen des Sanierungsstaus und der damit verbundenen erheblichen Sicherheitsmängel am Gebäude im Raum stand: "Wir wollen uns künftig ganz auf die inhaltliche Arbeit konzentrieren."

Sanierungsmaßnahmen zeigen erste Wirkung

Begleitet wird Diakoneo in seiner bis Ende 2028 geplanten Sanierungsphase von Wirtschaftsprüfern. Diese hätten in einem aktuellen Gutachten den Sanierungsplan des Vorstands für geeignet befunden. "Bereits jetzt zeigen die ersten Maßnahmen Wirkung", erläuterte Strickstrock. Durch die Modernisierung und Digitalisierung von Arbeitsabläufen habe man Kosten senken können. Dass man den Bereich Gesundheit mit dem Verkauf der meisten Standorte fast komplett aufgebe, sei angesichts der Lage im Gesundheitsbereich richtig.

Es sei schon immer so gewesen, dass einzelne Arbeitsbereiche mal profitabel waren und dann auch mal nicht kostendeckend arbeiten konnten, sagte Vorständin Strickstrock. Der einstige Ausbau der Gesundheitssparte sei zum damaligen Zeitpunkt richtig gewesen: "Doch die Kostenschere im Bereich Gesundheit ist seit Corona immer weiter auseinandergegangen, sodass keine Lösung in Sicht war." Man halte nur noch an der Rangau-Klinik und am Medizinischen Versorgungszentrum in Ansbach fest. Dort sei die Erlöslage eine andere.

Zahl der Mitarbeitenden sinkt nur leicht

Diakoneo will trotz seiner Umstrukturierung an allen seinen momentanen Standorten in Baden-Württemberg und Bayern festhalten. Durch die Abgabe der Kliniken sinke die Zahl der Beschäftigten nur leicht von derzeit etwas mehr als 10.000 auf dann rund 8.500. Parallel zur Sanierung des Unternehmens laufen Überlegungen zur Änderung der Satzung. Der zufolge muss ein ordinierter Pfarrer Vorstandsvorsitzender sein. Aktuell gilt eine Übergangslösung bis Ende 2026. Das Diakoneo-Kuratorium entscheidet über diese Fragen.