Nürnberg (epd). Die Diakonie Bayern beteiligt sich mit anderen Verbänden an einer Petition an den Deutschen Bundestag. Wie der evangelische Verband am Dienstag mitteilte, werden in der Petition mehr Mittel für die Freiwilligendienste von Bund und Ländern gefordert. Die Möglichkeit für junge Menschen, so einen Dienst zu machen, hängt nach Einschätzung der Diakonie derzeit zu oft vom Einkommen der Eltern ab. Holger Kalippke, beim zweitgrößten Wohlfahrtsverband in Bayern für die Freiwilligendienste zuständig, sagte, gerade junge Menschen aus einkommensschwachen Familien könnten sich - trotz Interesse - keinen Freiwilligendienst leisten: "Dieses Problem wird durch Inflation und steigende Lebensunterhaltskosten weiter verschärft."

Der Freiwilligendienst verlange außerdem Umzüge, Fahrten zur Einsatzstelle und zu Seminaren. Auf Fahrtkostenerstattungen müssten die Freiwilligen aber häufig Monate warten. Kalippke stellte fest, dass sich bei Freiwilligen aus Familien mit weniger großem Geldbeutel auch soziale Ungerechtigkeiten ergeben würden: "Freiwillige haben einen schlechten Zugang zum Wohngeld, sie werden nicht vom Rundfunkbeitrag befreit und das Taschengeld wird auf Unterhalt und Sozialleistungen der Familienangehörigen angerechnet."

Zu den Forderungen der Petition, die noch bis 6. Juli unterschrieben werden kann, gehört auch, dass die Freiwilligen kostenlos Nah- und Fernverkehr können und ein Taschengeld erhalten, das an den Bafög-Höchstsatz angelehnt sei.