Nürnberg, München (epd). Diakonie und Caritas haben die bayerische Staatsregierung aufgefordert, bei der anstehenden Umstrukturierung der Krankenhauslandschaft alle Träger gleich zu behandeln. Bei der Krankenhausreform müsse entscheidend sein, ob eine Klinik gebraucht werde und nicht, ob sie kommunal, konfessionell oder privat getragen werde, forderten die konfessionellen Wohlfahrtsverbände am Dienstag in einem gemeinsamen Schreiben an Ministerpräsident Markus Söder (CSU).

Bayern verfüge insgesamt über knapp 400 Krankenhäuser, hieß es weiter. 54 Prozent der Häuser befänden sich in öffentlicher, rund 12 Prozent in freigemeinnütziger Trägerschaft. Zu ihnen gehören auch die Einrichtungen von Diakonie und Caritas. Nach dem Bayerischen Krankenhaustrend 2026 erwarten zwei von drei Kliniken im Freistaat Verluste.

Unzureichende Betriebskostenfinanzierung

Das grundlegende Problem sei eine vielfach unzureichende Betriebskostenfinanzierung und daraus entstehende Defizite, sagten Sandra Schuhmann, Vorständin Soziales der Diakonie Bayern, und Landes-Caritasdirektor Andreas Magg. Kommunale Träger könnten die Verluste ihrer Kliniken etwa durch Defizitausgleich, Eigenkapital oder Bürgschaften auffangen. Freigemeinnützigen Trägern stünden vergleichbare Möglichkeiten in der Regel jedoch nicht zur Verfügung.

"Die Menschen müssen sich darauf verlassen können, dass notwendige Versorgung erhalten bleibt - unabhängig davon, ob ein Krankenhaus kommunal, konfessionell oder privat getragen wird", sagte Landes-Caritasdirektor Magg. Diakonie und Caritas fordern kurzfristig Hilfen für alle bedarfsnotwendige Krankenhäuser in wirtschaftlicher Notlage, eine auskömmliche Betriebskostenfinanzierung durch den Bund sowie die konsequente Einbeziehung freigemeinnützig-konfessioneller Kliniken in die Umsetzung der Krankenhausreform in Bayern.

Das Diakonische Werk Bayern ist der soziale Spitzenverband der bayerischen evangelischen Landeskirche. Der Landes-Caritasverband ist der Spitzenverband für die katholischen caritativen Einrichtungen in Bayern.