Nürnberg (epd). Die Präsidentin der Diakonie Bayern, Sabine Weingärtner, warnt vor einem Zusammenbrechen des sozialen Systems in Deutschland. Kürzungen öffentlicher Gelder für soziale Angebote, wie sie derzeit im Bundeshaushalt geplant würden, könnten "finanziell und zwischenmenschlich fatale Langzeitfolgen" haben, sagte sie am Dienstag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die Politik müsse hier dringend gegensteuern.
Die Pfarrerin nimmt im gesamten sozialen Bereich "einen großen Umbruch" wahr. "Auf der einen Seite stehen der zunehmende Personalmangel, die deutlich gestiegenen Kosten für Energie und die Inflation", sagte sie. Andererseits würde es aufgrund klimatischer, wirtschaftlicher und sozialer Veränderungen in Zukunft mehr Bedarf an sozialen Angeboten geben. "Die Folge ist, dass etwa die Kita früher schließen muss, es extrem lange Wartezeiten auf Pflegeplätze gibt und in der Asyl- und Migrationsberatung eine Fachperson rund 300 Menschen gleichzeitig betreuen muss". Für sie bleibe auch spannend, wie sich eine neue Landesregierung in Bayern zu den drängenden sozialen Fragen verhalten werde, fügte Weingärtner an.
Weingärtner ist seit 2022 Präsidentin des zweitgrößten Wohlfahrtsverbands in Bayern. Seine Mitglieder sind 1.300 Träger mit ihren Einrichtungen, in denen rund 100.000 Beschäftigte arbeiten.