Nürnberg (epd). Das dickste ein Prozent aller Bäume macht 50 Prozent der oberirdischen lebenden Biomasse aus. Zu diesem Ergebnis kommen laut Bund Naturschutz Bayern (BN) internationale Studien in Naturwäldern. Zum Tag des Baumes am 25. April forderte der BN daher von der Bayerischen Staatsregierung, mehr dicke und alte Bäume zu schützen, insbesondere im fränkischen Steigerwald. Oft würden Bäume bereits jung gefällt, bevor sie richtig dick werden können.
Wälder als natürlicher Kohlenstoffspeicher würden durch alte Bäume gestärkt, weil diese viel Kohlenstoff in ihrer Biomasse aufnehmen und unersetzlich für den Schutz der Biodiversität und andere Ökosystemleistungen seien. "Das ist einer der Gründe, warum wir im Steigerwald den ersten Nationalpark für Buchenmischwälder in Bayern fordern", sagte BN-Waldreferent Ralf Straußberger laut Mitteilung. Dort gebe es aktuell nur ganz wenige Buchen mit über einem Meter Durchmesser, obwohl diese von Natur aus einen Durchmesser von über 150 Zentimetern erreichen und über 300 Jahre alt werden könnten.
Damit könnten Buchen im Naturwald oder in einem Nationalpark rund doppelt so alt und dick werden wie im Wirtschaftswald, so der BN. Gerade alte Buchen seien entscheidend für die Artenvielfalt, weil erst ab einem höheren Alter von über 180 bis 200 Jahren wichtige Lebensräume für Vögel, Fledermäuse, Insekten oder Pilze entstünden.