Nürnberg (epd). Unter dem Motto "Geklaute Laute?" widmet sich das Programm des Bardentreffens in Nürnberg dieses Jahr der Diskussion über kulturelle Aneignung. Ob Benny Goodman, Elvis Presley oder zuletzt Peter Fox: Künstlerinnen und Künstler müssten sich häufig den Vorwurf der kulturellen Aneignung gefallen lassen, heißt es in einer Mitteilung der Stadt am Mittwoch. Man wolle mit dem diesjährigen Festival erforschen, was sich hinter dem Begriff verbirgt. Das Bardentreffen mit rund kostenlosen 100 Konzerten in der Altstadt findet vom 21. bis zum 23. Juli statt.

"Wir wollen weniger der Frage nachgehen, wer nun welche Musik spielen darf. Wir wollen vielmehr zeigen, dass sich die verschiedenen Musikkulturen der internationalen Gruppen gegenseitig bereichern", sagte der künstlerische Leiter Rainer Pirzkall bei der Vorstellung des Programms. Zusätzlich zur Musik werde es ein Rahmenprogramm mit Podiumsdiskussionen, Vorträgen und Künstlergesprächen geben.

Unter dem Titel "Das Wechselspiel zwischen kultureller Aneignung und Kunstfreiheit" diskutieren etwa Musikerin Ronja Maltzahn, Abyan Nur, Dozentin für Schwarzen Feminismus, Pino Barone und die Sängerin Ki'Luanda. Ein anderes Podium debattiert, was kulturelle Aneignung für Musikprogramme und Festivals bedeutet, heißt es in der Mitteilung. Die GEMA führt in einem Workshop unter anderem in die Rechtewahrnehmung für Musikautorinnen und -textdichter ein.

Die Musikgruppen und Solisten kommen aus fünf Kontinenten der Erde, darunter die Bluegrass- und Countryband Congo Cowboys aus Südafrika, das Orchestre International du Vetex aus Belgien, das Balkan-Sounds, Tarantella und Polka mixt oder das deutsche Quartett Cara mit Irish Folk. Bavaschôro interpretiert brasilianischen Choro mit Elementen der bayerischen Folk-Musik.