Augsburg (epd). Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) warnt vor gefährlich schlechter werdenden Schwimmfähigkeiten von Kindern und Jugendlichen in Bayern angesichts eines desolaten Zustands vieler Schwimmbäder. "In den vergangenen drei Jahren hat sich die Anzahl der Kinder, die am Ende der Grundschulzeit keine sicheren Schwimmer sind, verdoppelt", sagte der bayerische DLRG-Präsident Manuel Friedrich der "Augsburger Allgemeinen" (Samstag). Dadurch steige die Gefahr tödlicher Badeunfälle, bei denen Bayern seit Jahren als bundesweiter Spitzenreiter gelte.

Der bayerische DLRG-Chef kritisierte gegenüber der Tageszeitung, dass Kommunen und Freistaat die öffentlichen Bäder finanziell vernachlässigen würden und viele Einrichtungen geschlossen hätten. "Bürgermeister müssen sich verantworten, wenn die Zahl der toten Kinder steigt", warnte Friedrich, denn viele Schwimmbäder würden geschlossen, weil Bürgermeister einsparen wollten. "Der Staat muss aber auch Förderprogramme auflegen, die attraktiv genug sind, dass sie sich für Gemeinden lohnen."

Mehr als die Hälfte der 867 bayerischen Schwimmbäder gilt laut Zahlen des bayerischen Bauministeriums als sanierungsbedürftig, jedes vierte sogar dringend. Der bayerische Gemeindetagspräsident Uwe Brandl forderte eine bessere finanzielle Unterstützung des Freistaats: "Ein Blick in die bayerische Verfassung zeigt, dass die Volksgesundheit staatliche Aufgabe ist", sagte er der Zeitung. Das bisherige Förderprogramm des Freistaats sei ein "Tropfen auf dem heißen Stein", kritisierte Brandl. Die Sanierung eines mittleren Schwimmbads koste allein zwischen drei und fünf Millionen Euro.