Nürnberg (epd). Am Donnerstag hat die Stadt Nürnberg nach mehrjährigem Umbau das neu gestaltete Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Stadt begehe damit "auch einen Tag der Stärkung der Demokratie", sagte Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König (CSU) vor Ort. Mit dem Dokumentationszentrum setze man sich mit der Vergangenheit auseinander, denn "besonders wir als Stadt der Täter haben diesen Auftrag". Zugleich wolle man auf Beteiligung setzen und die Möglichkeit eröffnen, aus der Geschichte zu lernen.
Ab Freitag (22. Mai) startet das Museum in den Probebetrieb. In den folgenden Monaten sollen Rückmeldungen von Besucherinnen und Besuchern gesammelt werden, um die Ausstellung zu optimieren. Das liegt laut Thomas Eser, Direktor der Museen der Stadt Nürnberg, daran, dass das Publikum des Dokuzentrums sehr divers sei und von Einzelbesuchern über Reisegruppen bis zu Schulklassen reiche. Mit diesem vielfältigen Publikum sollen nun vor allem die inklusiven und interaktiven Ausstellungselemente getestet werden. Die feierliche Eröffnung ist für den 4. November geplant - genau 25 Jahre nach der ursprünglichen Eröffnung des Museums.
Geschichte und aktuelle Entwicklungen
Laut Stadt Nürnberg wurde die Ausstellungsfläche um 350 Quadratmeter auf nun 1.600 Quadratmeter erweitert. Die Dauerausstellung "Nürnberg und die Reichsparteitage" zeigt auf Deutsch und Englisch die Geschichte des Reichsparteitagsgeländes und stellt dabei auch aktuelle Forschungsergebnisse vor. Die Ausstellungsräume führen vom Ende des Ersten Weltkriegs über die NS-Zeit bis in die Gegenwart. Erzählt werde die Geschichte anhand von Biografien von Tätern und Opfern, 120 Objekten und mithilfe von digitalen Medien und interaktiven Stationen.
Das Dokumentationszentrum ist baulich in den Nordflügel der unvollendeten Kongresshalle auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände eingepasst. Dieses ist laut Stadt Nürnberg das größte erhaltene Ensemble nationalsozialistischer Staats- und Parteiarchitektur. Von 1933 bis 1938 fanden hier nationale Großveranstaltungen statt - Höhepunkte der NS-Propaganda.