Nürnberg (epd). Sowohl in Nürnberg als auch in Fürth gehört mehr als die Hälfte der Bevölkerung keiner öffentlich-rechtlichen Religionsgemeinschaft an. Knapp ein Viertel der Menschen in Fürth (26,4 Prozent) sind in der evangelischen Kirche. In Nürnberg sind es 22,1 Prozent. Diese Zahlen teilte das Amt für Stadtforschung und Statistik für Nürnberg und Fürth am Mittwoch anlässlich des vom 7. bis 11. Juni stattfindenden Evangelischen Kirchentags mit. Zum katholischen Glauben bekennen sich in Nürnberg 19,1 Prozent der Bevölkerung, in Fürth sind es 18,6 Prozent.

Der Anteil der Personen in einer christlichen Kirche hat laut Amt für Stadtforschung in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich abgenommen. Noch nie seien in beiden Städten so viele Menschen aus der Kirche ausgetreten wie 2022. "Während zu Beginn des 19. Jahrhunderts über 85 Prozent der Nürnbergerinnen und Nürnberger und mehr als drei Viertel der Bevölkerung in Fürth evangelischen Glaubens waren, sind beide Städte heute geprägt von zahlreichen unterschiedlichen Glaubens- und Religionsgemeinschaften und damit zugleich Städte der religiösen Vielfalt", so der Bericht weiter.

Mehrere hundert Gemeinden, Gemeinschaften und Vereinigungen größerer und kleinerer Weltreligionen seien in Fürth und Nürnberg vertreten. Insgesamt machen in der Statistik nicht-christliche Gemeinschaften wie die Israelitische Kultusgemeinde oder der Bund für Geistesfreiheit aber nur einen kleinen Teil in Fürth (1,9 Prozent) und Nürnberg (3,9 Prozent) aus. Gläubige Menschen könne es jedoch noch mehr geben, da nicht alle Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften einen öffentlich-rechtlichen Status haben. "Personen ohne Angabe können Muslime, Buddhistinnen und viele mehr sein oder auch Atheistinnen", so der Bericht.