Fürth (epd). 28.336 Menschen, die in Bayern leben, haben im vergangenen Jahr den deutschen Pass erhalten. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat am Freitag in Fürth die neue Einbürgerungsstatistik vorgestellt, nach der es im Jahr 2022 um 22,3 Prozent mehr Einbürgerungen gab als im Jahr zuvor. Spitzenreiter bei den außereuropäischen Herkunftsländern ist Syrien mit etwa 21 Prozent (5.803 Personen).

Viele Syrer und Syrerinnen, die 2015 nach Deutschland gekommen waren, würden nun die Voraussetzungen für eine Einbürgerung erfüllen, sagte Herrmann. Die Entscheidung für die deutsche Staatsbürgerschaft zeige, "dass diese Menschen in Bayern heimisch geworden sind und sich als Teil unserer Gesellschaft sehen". Der Minister gratulierte unter anderem einer Syrerin aus dem Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen, die derzeit eine Ausbildung zur Sozialpflegerin macht, einer Syrerin aus Fürth, die nach dem Abitur Zahnmedizin studiert, und einer Frau aus Syrien, die auf dem Weg zur medizinischen Fachangestellten ist.

Zu den Hauptherkunftsstaaten außerhalb der EU gehören die Türkei mit 2.365 Einbürgerungen, der Kosovo, der Irak, die Ukraine, Indien und Afghanistan. Knapp 8.000 Personen und damit etwa 28 Prozent aller neuen Staatsbürger stammten aus der Europäischen Union. "Einbürgerungen sind die Krönung einer gelungenen Integration", sagte der Minister, sie stünden nur am Ende eines gelungenen Integrationsprozesses. Er kritisierte Pläne der Bundesregierung, die Ausländer auch ohne ausreichende Sprachkenntnisse einbürgern wolle.