Nürnberg, Budapest (epd). Mit einer Fachtagung in Budapest zum Thema "Digitales Museum" ist die europäische Museumskooperation "Evangelische Migrationsgeschichte(n)" zu Ende gegangen. Experten ermunterten bei der Tagung die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, mehr digitale Technik in Museen und Archiven einzusetzen, teilte der Leiter des Projekts, Thomas Greif, mit. Der Landeskurator der evangelisch-lutherischen Kirche in Ungarn, Gergely Pröhle, sagte, der Einsatz digitaler Mittel werde immer wichtiger, etwa bei der systematischen Erfassung von Kirchenbüchern und von kirchengeschichtlicher Fachliteratur.
Béla Harmati, Leiter des Lutherischen Landesmuseums, sagte, die Möglichkeiten reichten von der Visualisierung von nicht umgesetzten Kirchbauplänen über übersichtliche Zusammenfassungen von statistischem Material bis zur Animierung von Gemälden. Inzwischen seien viele Tools auch für kleine Museen erschwinglich.
Das Evangelische Landesmuseum in Ungarn, das im Jahr 2017 neu gestaltet wurde, hat mehrere europäische Museumspreise erhalten. Kostbarstes Exponat ist Luthers Testament, das die Besucherinnen und Besucher auf vielfältige digitale Weise erleben können. Zu dem Projekt "Migrationsgeschichte(n)" steuerte das Museum eine Sonderausstellung über Flucht und Vertreibung ungarischer Bevölkerung nach dem Ersten Weltkrieg bei, teilte Greif mit.
Der Leiter des Diakoniemuseums Rummelsberg zog ein positives Fazit der Museumskooperation, die von der Europäischen Union und von der bayerischen Landeskirche unterstützt wurde. Eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit von so vielen Partnern vom Atlantik bis in die Karpaten sei innerhalb der EU keine Selbstverständlichkeit. Neben elf Ausstellungen wurde auch ein gemeinsamer wissenschaftlicher Begleitband erarbeitet. Eine der Ausstellungen, die 20 Evangelische mit Flucht- und Vertreibungsbiografien aus fünf Jahrhunderten darstellt, ist als Wanderausstellung buchbar. Die Ausstellungen im Museum "Kirche in Franken" und im Diakoniemuseum Rummelsberg sind noch bis 2024/25 zu sehen.