Würzburg (epd). Die Evangelisch-methodistische Kirche in Deutschland (EmK) sucht eine neue Spitze. Diesen Donnerstag (13. Februar) soll auf der in Würzburg tagenden Zentralkonferenz die Nachfolge für Bischof Harald Rückert gewählt werden. Der 1958 in Nürnberg geborene evangelische Theologe leitete die Freikirche acht Jahre und tritt in den Ruhestand. In seiner Amtszeit konnte er die Einheit der Kirche bewahren und eine Abspaltung traditionalistisch-konservativer Christen verhindern. Rückert gilt zudem als zentrale Figur innerhalb der Ökumene.

Die Zentralkonferenz tagt alle vier Jahre, um für den deutschen Teil der Kirche formale, finanzielle und die Ordnung der Kirche betreffende Entscheidungen zu treffen. Erwartet werden den Angaben zufolge rund siebzig Delegierte sowie Gäste aus der Ökumene. Über die für das Bischofsamt kandidierenden Personen soll es am Donnerstagnachmittag nähere Informationen geben, hieß es. Die Wahl ins Bischofsamt erfolgt für zunächst vier Jahre mit möglicher Wiederwahl.

Ein wichtiger Tagesordnungspunkt sei der Schutz vor sexualisierter Gewalt und Missbrauch in der EmK, hieß es weiter. Ein bereits seit 2009 bestehendes Schutzkonzept soll ausgeweitet werden. Dazu gehört auch die Schaffung von Strukturen zur Aufarbeitung und die Einrichtung einer Melde- und Ansprechstelle sowie die Zusammenarbeit mit einer externen Kommission.

Die weltweite Evangelisch-methodistische Kirche (EmK) hatte bei ihrer Generalkonferenz in den USA im Mai 2024 eine tiefere Spaltung verhindern können. Hintergrund ist der jahrzehntelange Streit vor allem über den Umgang mit Homosexualität. 2022 hatte sich die "Global Methodist Church" gegründet, in der sich konservativ-traditionalistische Christen sammeln. In der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland konnte eine Abspaltung verhindert werden.

Die Evangelisch-methodistische Kirche steht auf dem Boden der kirchlichen Reformation des 16. Jahrhunderts in Europa. Der EmK gehören in Deutschland rund 43.000 und weltweit nach eigenen Angaben rund zwölf Millionen Christinnen und Christen an. In Deutschland betreuen rund 300 Pastorinnen und Pastoren mehr als 400 Gemeinden.