Bad Windsheim (epd). Angesichts der Bemühungen in der bayerischen Landeskirche, den Bestand an kirchlichen Immobilien zurückzufahren, ist dieser Termin am Pfingstsonntag (8. Juni) etwas Besonderes: In Bad Windsheim wird am Kornmarkt das neue evangelische Gemeindehaus eingeweiht. Seit 2019 wurde erst geplant und gebaut - und sich zuvor von den beiden bisherigen Gemeindehäusern getrennt, weil diese die aktuellen Anforderungen nicht mehr erfüllten. Das neue Gemeindehaus am Kornmarkt ist nun energetisch auf neustem Stand und barrierefrei.

Das Gemeindehaus am Kornmarkt verfügt über einen dreifach teilbaren Saal mit insgesamt 220 Quadratmetern und etlichen kleineren Räumen und Einheiten für Gruppen, Kreise und Mitarbeitende. Das neue Gemeindehaus soll auch für nicht-kirchliche Angebote und Veranstaltungen genutzt werden, teilte Bad Windsheims Dekan Jörg Dittmar mir. Die geplanten Baukosten von 3,9 Millionen Euro waren angesichts der Kostensteigerungen während und nach Corona nicht zu halten und liegen nach bisheriger Kenntnis nun bei rund 4,82 Millionen Euro, hieß es.

Die Landeskirche hat den Neubau mit rund zwei Millionen Euro bezuschusst, die Kirchengemeinde hat durch den Verkauf ihrer beiden bisherigen Immobilien einiges beisteuern können. Zuschüsse gab es zudem von der öffentlichen Hand sowie Spenden und Gelder von Sponsoren. Aktuell klafft aber noch eine Finanzierungslücke von einer Million Euro. Diese soll durch weitere Spenden, Zuschüsse und Mieteinnahmen des neuen Gemeindehauses gedeckt werden. Mit einem guten Belegungs-Management wolle man Leerstände möglichst gering halten.

Dekan Dittmar wies auf die besondere Bedeutung kirchlicher Veranstaltungsräume wie Gemeindehäuser hin: "Nicht gegen Vereinsheime, Kneipen und Turnhallen. Da bin ich gerne. Aber es braucht noch diese ganz besonderen Orte." Diese Orte seien auch kirchliche Gemeindehäuser - dort werde das thematisiert, "was die wirkliche Mitte des Lebens ist, worum sich am Ende alles dreht und was auch im Sterben noch hält und tröstet", sagte Dittmar.