Nürnberg (epd). Zum Tag der Arbeit am 1. Mai fordern evangelische Organisationen unter dem Motto "Ungebrochen Solidarisch" gerechte Teilhabe und gute Arbeit für alle Menschen. "Mein Wunsch für den diesjährigen 1. Mai ist, dass er für die derzeit so dringend gebrauchte Solidarität einen solchen Schwung freisetzt, der das ganze Jahr über anhält", sagte Pfarrer Johannes Rehm, Leiter des Kirchlichen Diensts in der Arbeitswelt (kda) Bayern in einer Mitteilung am Dienstag. Gemeinsam mit der "Aktionsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen" (afa) und der "Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Soziale Fragen in Bayern und Thüringen" (EAG) hat der kda Bayern einen Aufruf veröffentlicht.

Von vielen Belegschaften werde erwartet, eingebrochene Renditen von Unternehmen durch Verzicht auszugleichen. Dabei bräuchten sie angemessene Lohnsteigerungen und sichere Arbeitsplätze, heißt es in dem Aufruf. Die Arbeitsbelastung durch Personalmangel oder die Verdichtung von Arbeitsprozessen nehme massiv zu, steigende Energie- und Lebensmittelpreise belasteten die Menschen. "Viele fragen sich, welche Zukunft ihnen bleibt", so der Aufruf weiter.

Dieser Situation könne man begegnen, indem man aufrecht und zueinander stehe, ungebrochen solidarisch den großen Herausforderungen begegne und sich gemeinsam stütze. Die Organisationen riefen daher auch dazu auf, an den Sozialwahlen teilzunehmen oder sich zu engagieren. Von der Politik forderten sie "eine flächendeckende, menschenwürdige und bedürfnisorientierte Gesundheitsversorgung" jenseits von wirtschaftlichen Interessen, eine Pflegeversicherung, die steigende Kosten mittrage sowie ein Rentensystem, "das allen Sicherheit in Existenz und Auskommen bietet".

Ungebrochen solidarisch heiße für Christinnen und Christen, für Gerechtigkeit, Frieden, Gemeinsinn und für die Bewahrung der Schöpfung einzutreten, so die Mitteilung. Rund um den 1. Mai ist der kda Bayern in verschiedenen Städten und Gemeinden mit Aktionen, Gottesdiensten und Info-Ständen vertreten.