Nürnberg, Darmstadt (epd). Anlässlich der Bücherverbrennungen durch die Nationalsozialisten am 10. Mai 1933 lesen und diskutieren verfolgte Schriftstellerinnen und Schriftsteller an mehreren Orten - auch in Nürnberg. Die Stipendiaten des vom PEN-Zentrum Deutschland verwalteten und von der Bundeskulturbeauftragten finanzierten "Writers-in-Exile"-Programmes träten für die Freiheit des Denkens und des Wortes ein, sagte die Programmbeauftragte des PEN, Astrid Vehstedt, am Donnerstag in Darmstadt. An vielen Orten der Welt sei die Freiheit, alles zu sagen, zu schreiben oder zu lesen, bedroht. Bücher würden zensiert und verboten. Autoren zahlten für ihre Meinungsäußerungen mit Haft, Folter, Flucht, Exil oder gar mit dem Leben.

Unter dem Titel "Schreibe so, dass die Nazis deine Texte verbrennen würden" diskutiert der Stipendiat Kholoud Charaf am 9. Mai um 20 Uhr in Nürnberg im Desi Stadtteilzentrum mit Max Czollek und Asal Dardan über die Wehrhaftigkeit von Literatur. Charaf spricht zudem am 17. Mai um 18 Uhr in Köln in der Aula der TH mit den Wissenschaftlern Wilfried Weinke, Sefik Tagay und Michael Becker-Mrotzek über Sprache als Wurzel und innere Heimat.

Zu einer Lesung aus verbrannten Werken am 10. Mai um 19 Uhr im Landratsamt Konstanz liefern mehrere Stipendiaten und die PEN-Beauftragte Vehstedt aktuelle Beiträge. Das Exilarchiv der deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main erzählt in seiner Ausstellung über die Bücherverbrennung von 1933 vom 9. Mai bis 2. Juli auch die Lebensgeschichten der Stipendiatinnen Anise Jafarimehr und Najet Adouani.