München (epd). Heftige Kritik an der geplanten Kürzung des Elterngelds durch die Bundesregierung hat Bayerns Familienministerin Ulrike Scharf (CSU) geübt. "Das ist ein Schlag ins Gesicht gerade für gut ausgebildete Mütter und ein schwerer Rückschlag für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf", sagte sie laut einer am Sonntag in München verbreiteten Mitteilung. Als Konsequenz der Kürzung würden sich gut verdienende Väter künftig weniger an der Familienarbeit beteiligen und ihre Karriere vorantreiben.

Scharf schlägt stattdessen vor, das Elterngeld zu dynamisieren und an die Einkommensentwicklung anzupassen. Dagegen zerstöre der Ausschluss zehntausender Familien weiter Vertrauen, sagte die Ministerin.

Im Streit zwischen Familienministerin Lisa Paus (Grüne) und Finanzminister Christian Lindner (FDP) um die Finanzierung der 2025 geplanten Kindergrundsicherung steht im Raum, künftig Eltern mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von mehr als 150.000 Euro kein Elterngeld mehr zu zahlen. Derzeit liegt die Grenze bei 300.000 Euro.