München (epd). Die bayerische Familienministerin Ulrike Scharf (CSU) hat für das laufende und das nächste Jahr zusätzliches Geld für Sprach-Kitas versprochen. Nachdem Opposition und Verbände der Staatsregierung in den vergangenen Tagen vorgeworfen hatten, sie hungere die Sprach-Kitas aus, reagierte Scharf am Mittwoch in einer Mitteilung. Sprache sei der Schlüssel ins Leben. Nur mit ihr seien Integration, Teilhabe und Bildungserfolg möglich, sagte sie. Die Fördersumme für Sprach-Kitas werde im Vergleich zum ausgelaufenen Bundesprogramm "mit bis zu 37,5 Millionen Euro nochmal deutlich erhöht". Anders lautende Behauptungen seien "schlichtweg falsch" und würden "zu einer weiteren Verunsicherung" in den Sprach-Kitas beitragen.

Der Freistaat setze im Jahr 2023 rund 12,5 Millionen Euro für die Sprach-Kitas ein. Für das Haushaltsjahr 2024 würden weitere rund 25 Millionen Euro veranschlagt, sagte Scharf. Diese Mittel würden zusätzlich für die Qualität in den Kitas eingesetzt. Im Vergleich zum bisherigen Programm des Bundes bedeute dies eine Fördersumme von 32.000 Euro (statt bislang 25.000 Euro) pro halber Sprach-Fachkraft und Jahr, 42.000 Euro für eine halbe Kraft in der Fachberatung.

Unter anderem hatte zuvor der evangelische Kindertagesstättenverband (evKita) befürchtet, dass eine im Januar von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) gemachte Zusage für die Sprach-Kitas doch nicht umgesetzt werde. Vorständin Christiane Münderlein mahnte, die Gelder dürften nicht aus den Geldern des Bundes für das Kita-Qualitätsgesetz umgeschichtet werden. Sonst könnten andere Programme zur Qualitätssicherung der Kitas und frühkindliche Förderung darunter leiden.

Bayern fördere die Kita-Sprachfachkräfte weiter und habe auch die Fortführung weiterer Förderprogramme zugesichert, teilte das Ministerium auf Anfrage des Evangelischen Pressedienst (epd) mit. Man werde auch in Vorleistung gehen.