München (epd). Nach Ansicht von Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) hat der Staat im Hinblick auf die Bildschirmzeit von Kleinkindern auch einen verfassungsrechtlichen Schutzauftrag. Erziehung und Bildung seien in erster Linie Aufgabe der Eltern, sagte Prien am Freitag im Gespräch mit der Redaktion Radiowelt des Bayerischen Rundfunks (BR). Dort, wo das Kindeswohl gefährdet sei, habe der Staat jedoch auch ein Wächteramt.

Prien hält gesetzliche Regelungen für einen Verzicht von Bildschirmzeit für unter dreijährige Kinder deshalb für eine gute Möglichkeit "mit Blick auf eine gesunde, altersgerechte digitale Erziehung". Auch das Recht von Kindern auf gewaltfreie Erziehung sei im Jahr 2001 ins Bürgerliche Gesetzbuch geschrieben worden. Das habe dazu geführt, dass die Gesellschaft dies als Norm akzeptiert habe. Zugleich setzt die Familienministerin beim Thema Bildschirmzeit auf Aufklärungskampagnen etwa beim Kinderarzt und in Kindergärten.