Erlangen, Schwabach (epd). Rund 24.000 Besucherinnen und Besucher haben in zehn Tagen die Vorstellungen des größten Festivals für zeitgenössisches Figuren-, Bilder- und Objekttheater besucht. Das figuren.theater.festival Erlangen, Nürnberg, Fürth und Schwabach habe sich vielfältiger, offener und spartenübergreifender denn je gezeigt, bilanzierten die Veranstalter. Das Genre habe sich intensiv mit gesellschaftlich relevanten Themen und Fragen beschäftigte. Dabei waren 70 Compagnien aus 27 Ländern, die über 200 Vorstellungen gaben. Am Samstag errichtete der französische Künstler Olivier Grossetête gemeinsam mit den Erlanger Bürgerinnen und Bürgern ein achtzehn Meter hohes Schloss aus Pappkarton, das am Sonntag zum Einsturz gebracht wurde.
Zu einer Sonderreihe mit dem Titel "#GlobalePerspektiven" waren Künstlerinnen und Künstler aus Afghanistan, Indien, dem Iran, Syrien, Kenia, der Demokratischen Republik Kongo, Südafrika, El Salvador, Mexiko, Kuba und Uruguay eingeladen. Dazu fanden Gesprächen zu Themen wie Postkolonialismus und Rassismus und die Rolle der darstellenden Künste statt.
Der Altmeister der Klappmaulpuppen, Neville Tranter, war mit "Ubu - Verrückt, einfach so Macht zu haben", nach eigener Aussage, zum letzten Mal auf Tour. Tranter war seit der Gründung des Festivals 1979 nahezu bei jeder Ausgabe vertreten, teilte das Festival mit. Er habe das moderne Figurentheater geprägt wie kein anderer Künstler. Großen Zuspruch erlebte die Ausstellung "Hin und weg" im Nürnberger Künstlerhaus, die den Puppen und dem Maltheater des vor zwei Jahren verstorbenen Nürnberger Künstlers Joachim Torbahn gewidmet ist. Sie ist noch bis 28. Mai zu sehen. Das nächste internationale figuren.theater.festival soll vom 23. Mai bis 1. Juni 2025 stattfinden.