München (epd). Der Dokumentarfilm "Kristos, the last child" erhält den diesjährigen Münchner Dok.fest-Preis der SOS-Kinderdörfer weltweit. Erzählt werde die Geschichte des zehnjährigen Kristos, der als jüngster der 30 Bewohner der griechischen Insel Arki aufwächst, teilte das Filmfestival am Dienstag mit. Nach dem Ende seiner Grundschulzeit steht er vor der Entscheidung, die Insel zu verlassen und in einem fernen Internat weiter zur Schule zu gehen oder Schafhirte zu werden, wie sein Vater und seine Brüder. Der Preis ist mit 3.000 Euro dotiert und wird zum zehnten Mal verliehen.
Der Film der französisch-italienischen Regisseurin und Produzentin Giulia Amati begebe sich auf Augenhöhe mit dem Zehnjährigen und tauche in seine Gedankenwelt ein. Mit sehr poetischen, langsamen Bildern fange Amati die Last des Jungen ein, der das ganze Glück der Insel auf seinen Schultern zu tragen scheine, urteilte die Jury. Kristos werde vor die unmögliche Wahl zwischen Bildung und damit Zukunft, oder Familie und damit Geborgenheit, Schutz und Vertrauen gestellt, sagte Barbara Gruner, Vorstand SOS Kinderdörfer weltweit.
Der Preis der SOS-Kinderdörfer weltweit wird bei der Preisverleihung des Dok.fest München am 13. Mai um 20 Uhr im Deutschen Theater verliehen. Die Auszeichnung soll Aufmerksamkeit für Filme schaffen, die in besonderer Weise die Perspektive von Kindern und Jugendlichen sichtbar machen. Das Dok.fest München findet vom 3. bis 14. Mai statt. Gezeigt werden 130 Filme aus 55 Ländern.