München (epd). Die Klimabewegung Fridays for Future (FFF) hat beim Amtsgericht München wegen Ermittlungen gegen ihre Werbeagentur in München Beschwerde eingelegt. Bei einer Beschlagnahme im Mai im Zuge der Razzien gegen die Letzte Generation seien dort Tausende Adressen von Menschen beschlagnahmt worden, die Fridays for Future nahestehen, sagte die Sprecherin von FFF Deutschland, Luisa Neubauer, am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in München. Sie sei fassungslos und wütend, dass gegen die Zivilgesellschaft, die sich entschieden für einen Klimaschutz einsetze, offensiv und repressiv vorgegangen werde.
Philipp Schönberger, Jurist bei der Umweltorganisation Green Legal Impact Germany, die FFF bei der Beschwerde unterstützt, erklärte, er halte es mit der demokratischen Ordnung nicht vereinbar, wenn gegen Menschen vorgegangen werde, die auf klimapolitische Fehlentwicklungen hinweisen. Sie nach § 129, dem Bilden einer kriminellen Vereinigung, zu verfolgen, wolle die Klimabewegung einschüchtern und stigmatisieren. Die Klimabewegung sei essenziell in der Klimadebatte, denn in ihr engagierten sich auch junge Menschen, die in der Zukunft am meisten von den Folgen der Klimakrise betroffen seien und oft noch nicht das Recht hätten, zur Wahl zugehen.
Hans-Peter Schmid, Leiter des Karlsruher Instituts für Technologie - Campus Alpin, betonte vor der Presse, die Klimakrise sei real, von den Menschen verursacht und gefährlich. Die Fachleute seien sich weltweit über die dramatischen Folgen der Klimaveränderungen einig. Schon jetzt werde in Deutschland ein Temperaturanstieg von zwei Grad gemessen.
Ronja Hoffmann, Sprecherin von FFF Bayern, erklärte, die befürchteten Schadenkosten der Klimakrise könnten 15 Mal höher sein als die Investitionen in einen Energiewandel. Sie appellierte an die Politik, ehrlich zu kommunizieren, was getan werden müsse und nicht auf Populismus und Einfachheit zu setzen. Sie rief zu einer Demonstration von Fridays for Future am Freitag, 6. Oktober (14 Uhr) in München auf. Mit dem Protestzug wolle die Klimabewegung vor der bayerischen Landtagswahl ein Zeichen gegen einen Rechtsruck und für Klimagerechtigkeit setzen.