Eichstätt (epd). Der Shalompreis für Menschenrechte geht in diesem Jahr an Reaching Out Romania (ROR). Die nichtstaatliche Hilfsorganisation in Rumänien hilft Mädchen aus sexueller Versklavung und rettet Kinder und Jugendliche vor der moldawischen und rumänischen Mafia, die Menschen nach Westeuropa verschleppt, teilte der Arbeitskreis Shalom für Gerechtigkeit und Frieden (AK Shalom) am Donnerstag in Eichstätt mit. In einer Einrichtung von ROR in der Stadt Pitesti würden Mädchen vor Menschenhändlern geschützt und Ausbildung und psychologische Betreuung erhalten.
Die Organisation habe seit 1999 mehr als 750 Opfern geholfen, zwei Hilfszentren und einen Bauernhof gebaut, um ihnen einen Rahmen der Normalität und die Möglichkeit der Wiedereingliederung in die Gesellschaft zu bieten, hieß es. "Opfer von Menschenhandel und sexualisierter Gewalt sind häufig isoliert und gesellschaftlich geächtet, sogar Freundeskreis und Familie wenden sich oft ab", sagte Ulrike Schurr-Schöpfel, Sprecherin des Arbeitskreises, zur Preisentscheidung. ROR biete den Opfern Raum zur Heilung, sensibilisiere das Umfeld und schaffe neue Lebensperspektiven.
Mit dem Preis für das Projekt wolle man darauf hinweisen, "dass es auch hier in Europa schwere Verstöße gegen die Menschenrechte gibt, gegen die wir unsere Stimme erheben möchten". ROR sei die einzige Organisation in Rumänien, die für die Arbeit mit Minderjährigen, die das Trauma des Menschenhandels erlitten hätten, zugelassen sei, sagte Iana Matei, die Gründerin von Reaching Out Romania.
Der Shalompreis wird vom AK Shalom an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) vergeben. Er ist nach Angaben des Arbeitskreises einer der höchstdotierten Menschenrechtspreise in Deutschland. Die Preissumme kommt durch Spenden zustande, die in den vergangenen Jahren um rund 30.000 Euro lagen. Der Shalompreis wird am 24. Juni an Iana Matei verliehen.