Gauting (epd). Am Mittwochabend ist das 17. Fünf Seen Filmfestival zu Ende gegangen. Rund 18.000 Zuschauerinnen und Zuschauer besuchten die Kino- und Open-Air-Vorstellungen in Starnberg, Gauting, Seefeld und Weßling, teilten die Organisatoren am Donnerstag mit. Da das Festival diesmal drei Tage kürzer war als im vergangenen Jahr, übertreffe das Ergebnis die hervorragenden Zahlen von 2022, als 19.500 Menschen kamen. "Ich bin höchst zufrieden. Wir hatten noch nie so viele Zuschauer pro Tag", sagte Festivalleiter Matthias Helwig.

Dabei habe man dieses Jahr mit immensen Schwierigkeiten zu kämpfen gehabt. Wegen der Sperrung der S-Bahn zwischen Pasing, Gauting und Starnberg sei es kompliziert gewesen, das Festival mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. "Und das Open Air Kino war fast komplett verregnet. Vor diesem Hintergrund ist der Zuspruch der Zuschauerinnen und Zuschauern überragend", sagte Helwig. Bei der Abschlussfeier in der Schlossberghalle Starnberg wurden am Mittwochabend die Preise des Festivals verliehen.

Im internationalen Wettbewerb wurde der belgisch-französische Film "Dalva" von Regisseurin und Drehbuchautorin Emmanuelle Nicot ausgezeichnet. Der Film handelt von einem Mädchen, das mit seinem missbräuchlichen Vater jahrelang wie eine Ehefrau lebte. Nachdem die Behörden einschreiten, muss Dalva in einem Heim wieder lernen, Kind zu sein. "Das mutige wie intensive Spielfilmdebüt überzeugt durch eine sensible und psychologisch genaue Inszenierung", begründete die Jury ihre Entscheidung.

Gewinner der Reihe Perspektive Spielfilm ist "Elaha" von Regisseurin und Co-Drehbuchautorin Milena Aboyan. Die titelgebende Protagonistin ist, anders als es ihr Umfeld für sie vorsieht, kurz vor ihrer Hochzeit keine Jungfrau mehr, was sie zu Lügen und verzweifelten Taten zwingt. "Durch das gedrängte 4:3-Format nehmen wir die Enge ihrer Welt wahr, die Enge ihres Frauseins, das von äußeren Einflüssen immer eindeutig definiert und sanktioniert wird", so die Jury.

Die deutsch-iranische Produktion "Leere Netze" von Behrooz Karamizade wurde mit dem Horizonte Filmpreis ausgezeichnet. Der Preis würdige einen Film, der sich in besonderem Maße um Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit, Gleichstellung der Geschlechter und stimmiges Zusammenleben zwischen Mensch und Natur verdient macht.

Mit dem vom Publikum gewählten "Kino & Klima Award" wurde der Dokumentarfilm "Ernte teilen" von Philipp Petruch ausgezeichnet. In dem Film werden Formen der solidarischen Landwirtschaft gezeigt und erklärt. Der SZ-Publikumspreis in der Reihe "Best of Festivals" geht an den Film "The quiet girl" von Colm Bairéad. Der Film erzählt von dem verschlossenen Mädchen Cait, das von seinen Eltern über den Sommer zu Verwandten gebracht wird, die es nicht kennt.