Würzburg (epd). Mit Trillerpfeifen und einer Sitzblockade hat das Bündnis "Würzburg ist bunt" am zweiten Jahrestag der Messerattacke von 2021 gegen eine Kundgebung der AfD Unterfranken und des thüringischen AfD-Landesvorsitzenden Björn Höcke protestiert. Wie das Polizeipräsidium Unterfranken auf epd-Anfrage mitteilte, waren rund 700 Menschen zu der Gegendemonstration auf den Unteren Markt gekommen. Mit einer Sitzblockade hinderten sie laut Polizeisprecher die etwa 60 Teilnehmer der AfD-Kundgebung am Aufmarsch auf den Altstadt-Platz neben der Marienkapelle. Die Teilnehmer der AfD-Versammlung hätten daraufhin ihre Veranstaltung abgebrochen, Redebeiträge habe es nicht gegeben.
Schon im Vorfeld hatte das Bündnis "Würzburg ist bunt" betont, dass man den Jahrestag der "schrecklichen Gewalttat" am Barbarossaplatz der AfD nicht "für ihre rassistische Hetze" überlassen werde. Björn Höcke und die Thüringer AfD seien "nachgewiesen rechtsextrem und demokratiefeindlich", so das Bündnis, zu dem Parteien, Gewerkschaften, Kirchen und andere gesellschaftliche Organisationen gehören. Auch der Würzburger OB Christian Schuchardt hatte erklärt, dass "Demagogen ausdrücklich nicht willkommen" seien.
Bereits am Vormittag hatte Würzburgs Zweiter Bürgermeister Martin Heilig mit einem stillen Gedenken an die Opfer der Messerattacke erinnert. An der Gedenkstele am Barbarossaplatz legte er im Beisein zahlreicher Bürgerinnen und Bürger zum Andenken an die drei damals getöteten Frauen und die zahlreichen weiteren Opfer einen Kranz nieder. Am Nachmittag luden die katholische und die evangelische Kirche gemeinsam zu einer Gedenkfeier in die Marienkapelle am Unteren Markt ein.
Bei der Messerattacke am 25. Juni 2021 waren am Würzburger Barbarossaplatz drei Frauen getötet und zahlreiche weitere Menschen verletzt worden. Der Beschuldigte, der seit 2019 in Würzburg lebt, kam 2015 aus Somalia als Asylbewerber ins Land. Das Würzburger Landgericht hatte den Mann Ende Juli vergangenen Jahres im Rahmen eines sogenannten Sicherungsverfahrens für unbestimmte Zeit in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der laut Gutachtern paranoid-schizophrene Mann zum Tatzeitpunkt schuldunfähig war.