München (epd). Wegen des Verdachts auf Unterstützung einer terroristischen Vereinigung und Vorbereitung des Hochverrats gegen den Bund hat die Generalstaatsanwaltschaft München am Dienstag in Wolfratshausen einen Mann festgenommen. Der Beschuldigte soll sich bereit erklärt haben, sich an einer geplanten Entführung von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) zu beteiligen und dafür in Kroatien Schusswaffen zu besorgen, teilte die Generalstaatsanwaltschaft München am Dienstag mit. Bei weiteren mutmaßlichen Mitgliedern und Unterstützern der terroristischen Vereinigung in Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Thüringen habe es am Dienstag ebenfalls Durchsuchungen und Festnahmen gegeben, hieß es weiter.
Bereits im April und Oktober 2022 seien in Rheinland-Pfalz mehrere Tatverdächtige, unter anderem der Rädelsführer der terroristischen Vereinigung, festgenommen worden. Nach bisherigen Ermittlungen soll die Vereinigung spätestens im Januar 2022 mit dem Ziel zusammengetreten sein, die freiheitlich-demokratische Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland zu beseitigen.
Dazu sollten unter anderem gezielte Sprengstoffanschläge auf zentrale Punkte der Energieversorgung in Deutschland verübt werden, um einen bundesweiten Stromausfall herbeizuführen. So sollte die Bevölkerung von der Berichterstattung der Medien abgeschnitten und eine Reaktion der Sicherheitsbehörden erschwert werden. Außerdem wollte die Vereinigung Gesundheitsminister Lauterbach mit Waffengewalt entführen, um ihre Entschlossenheit und Leistungsfähigkeit zu verdeutlichen.