München (epd). Die Zahl der Lyme-Borreliose-Infektionen in Bayern hat gegenüber dem Vorjahr zugenommen. Dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit zufolge wurden in diesem Jahr bisher 2.940 Fälle von Lyme-Borreliose gemeldet. 2024 waren es im selben Zeitraum noch 2.436, heißt es in einer Mitteilung des bayerischen Gesundheitsministeriums vom Sonntag.

"Die Lyme-Borreliose ist eine bakterielle Infektion, die durch Zecken übertragen wird. Sie ist die häufigste durch Zecken übertragene Krankheit in Deutschland", sagte Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU). Gegen die Infektionskrankheit gebe es derzeit leider noch keine Impfung, sie könne aber gut mit Antibiotika therapiert werden.

Gut erkennbar sei die Lyme-Borreliose an der sogenannten Wanderröte, einer ringförmigen Rötung um die Zeckenstichstelle. Bei einer unbehandelten Borreliose könne es auch Monate nach dem Stich noch unter anderem zu schmerzhaften Nerven- oder Gelenkentzündungen kommen, deshalb sei eine möglichst frühzeitige Diagnose wichtig. Außerdem sei es wichtig, Zecken möglichst frühzeitig und mit einem dafür geeigneten Werkzeug zu entfernen, da die Lyme-Borreliose nicht sofort, sondern meist erst nach mehreren Stunden von der Zecke übertragen werde, so die Ministerin.

Gerlach rief zudem zur FSME-Impfung auf. Seit Beginn dieses Jahres habe es bayernweit bereits 153 Fälle der Hirnhautentzündung (Frühsommer-Meningoenzephalitis, FSME) gegeben. Da nahezu der gesamte Freistaat mittlerweile vom Robert Koch-Institut (RKI) als FSME-Risikogebiet eingestuft sei, werde in Bayern die FSME-Impfung ohne geografische Einschränkung empfohlen. Die Impfung gegen FSME sei in der Regel gut verträglich und werde im Freistaat von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, heißt es in der Mitteilung.