München (epd). Die aktuellen Regenfälle sorgen nach Einschätzung von Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) "für eine Erholung im Grund- und Oberflächenwasser". Der Regen helfe der Natur und der Landschaft, sagte Glauber am Mittwoch in München: "Im Hinblick auf mögliche Hochwasser gilt: Wir behalten bayernweit die Situation genau im Blick." Die Behörden arbeiteten eng zusammen, um drohende Hochwasserlagen zu erkennen, erläuterte er zum Ende des sogenannten hydrologischen Winterhalbjahrs.

Die Folgen des Klimawandels seien trotzdem weiter herausfordernd. Das Thema Wasserversorgung habe in Bayern oberste Priorität, sagte Glauber. "Unser Ziel ist Wassersicherheit in allen Landesteilen auch in Zukunft." Mit der Gesamtstrategie 'Wasserzukunft Bayern 2050' arbeite man daran, die Wasserversorgung im gesamten Freistaat weiterhin dauerhaft sicherzustellen. "Die öffentliche Wasserversorgung hat dabei immer Vorrang vor anderen Nutzungen", sagte er. Aktuell würden in Bayern normale bis feuchte Verhältnisse festgestellt.

Die Grundwasserstände füllen sich im hydrologischen Winterhalbjahr, also in den Monaten November bis April. Wegen der niedrigen Temperaturen verdunstet deutlich weniger Niederschlag als im Sommerhalbjahr, auch die meisten Pflanzen benötigen weniger oder gar kein Wasser. Entsprechend kommt mehr Niederschlag beim Grundwasser an. In Nordbayern summierte sich der Niederschlag des hydrologischen Winterhalbjahrs auf 381 Millimeter pro Quadratmeter, in Südbayern waren es 403 Millimeter pro Quadratmeter.

In Bayern weisen laut Umweltministerium derzeit 22 Prozent der oberflächennahen Grundwassermessstellen und Quellen niedrige oder sehr niedrige Grundwasserstände auf - gegenüber rund 65 Prozent im März. In den tieferen Grundwasser-Stockwerken zeigen 55 Prozent der Messstellen Niedrigwassersituationen - gegenüber rund 70 Prozent im März. Vor allem in Nordbayern habe sich die Niedrigwassersituation im Grundwasser nach den ergiebigen Regenfällen im März und April zum Teil entspannt.