Manching, München (epd). Eine DNA-Spur hat die Ermittler nach Angaben des bayerischen Landeskriminalamtes (LKA) auf die Spur der vier festgenommenen Verdächtigen im Fall des Manchinger Goldschatz-Raubes geführt. So habe die Polizei nach der Tat in einem nahegelegenen Weiher zwei Brecheisen, eine Astschere, einen Seitenschneider und eine Funkantenne gefunden, teilte das LKA am Donnerstag in München mit.

Ein Abgleich dieser Spur in der bundesweiten DNA-Datenbank sowie im benachbarten Ausland führte zu acht weiteren Treffern. Hierbei handelt es sich laut LKA um Diebstähle in Deutschland und Österreich. Auch hier wurden vor dem eigentlichen Einbruch in mehreren Fällen Kabel durchtrennt, um Alarmanlagen umgehen zu können. Über diese DNA-Spur seien letztlich drei weitere Männer in den Fokus der Ermittler geraten, die am Dienstag im Großraum Schwerin festgenommen wurden. Die Tatverdächtigen seien bisher nicht geständig.

Sie stehen in Verdacht, in der Nacht zum 22. November in das Kelten Römer Museum im oberbayerischen Manching eingebrochen zu sein und einen Schatz mit 483 Goldmünzen aus der Zeit um 100 vor Christus gestohlen zu haben. Der Sammlerwert der historischen Münzen soll laut Experten mehrere Millionen Euro betragen.

Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sprach von einer "Bande von Berufseinbrechern", die mit hoher krimineller Energie vorgegangen sei. Weil die Täter immer die gleichen schwarzen Overalls, Sturmhauben und Rucksäcke trugen, seien die Ermittler über Internet-Recherchen auf zwei der Verdächtigten gestoßen, als sie weitere Ausrüstungsgegenstände kaufen wollten.

Bei der Festnahme und Durchsuchungsaktion am vergangenen Dienstag seien auch 18 Goldklumpen gefunden worden, bei denen es sich "mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen Teil des Keltenschatzes" handle, sagte Herrmann. Die Goldmünzen seien nicht mehr in ihrer ursprünglichen Form erhalten, weil die Täter je vier Goldmünzen einschmolzen, um sie zu Geld machen zu können. Die Legierung des Goldes spricht laut LKA dafür, dass es sich um altes Flussgold, also den Goldschatz aus Manching handelt.

Die Staatsanwaltschaft Ingolstadt legt den Beschuldigten schweren Bandendiebstahl zur Last, der mit einer Freiheitsstrafe von ein bis zehn Jahren geahndet werden kann. Kunstminister Markus Blume (CSU) wertet den Manchinger Goldschatz als ein "Kulturgut von unersetzlichem Wert", den Diebstahl als "Anschlag auf unser kulturelles Gedächtnis". 70 Goldmünzen seien bereits jetzt unwiederbringlich durch das Einschmelzen verloren. Die Ermittler äußerten die Hoffnung, den Rest der Goldmünzen noch zu finden.