Mödlareuth (epd). Das Grenzmuseum Mödlareuth an der ehemaligen innerdeutschen Grenze zwischen Thüringen und Bayern bekommt einen Erweiterungsbau. Dafür wird am Donnerstag der Grundstein gelegt, teilte die Thüringer Staatskanzlei am Mittwoch in Erfurt mit. Insgesamt würden der Bund sowie die Länder Bayern und Thüringen rund zwölf Millionen Euro dafür bereitstellen. Das Museum solle künftig die Geschichte der deutschen Teilung und Wiedervereinigung am Beispiel von Mödlareuth auf dem aktuellen Stand der Forschung und digital gestützt erzählen.
In dem Erweiterungsbau werde es 500 Quadratmeter Ausstellungsfläche für die Dauerausstellung und 150 Quadratmeter für Sonderausstellungen geben. Damit stehe künftig doppelt so viel Fläche wie bisher zur Verfügung. Auch das Außengelände werde umgestaltet. Zu sehen seien dort etwa eine 90 Meter lange originale Grenzmauer, ein Streckmetallzaun von rund 600 Metern sowie ein Beobachtungsturm.
Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) nannte das Bauvorhaben einen wichtigen Schritt, um die Erinnerung an die Teilung Deutschlands und an das damit verbundene Leid wachzuhalten. An dem Ort könne man sich bewusst werden, dass Freiheit und Einheit keine Selbstverständlichkeiten seien, sondern hart erkämpft wurden.
Das kleine Dorf Mödlareuth im thüringisch-bayerischen Grenzgebiet war in der Zeit des Kalten Krieges zwischen 1945 und 1989 geteilt. 1966 wurde auf Geheiß der SED-Führung eine Mauer im Ort errichtet, weshalb Mödlareuth auch als "Little Berlin" bezeichnet wurde.