München (epd). In Bayern gibt es der Staatsregierung zufolge "die strengsten und am klarsten ausgeführten Regelungen" zur Handynutzung an Schulen in Deutschland. Für Grundschulen sowie die Grundschulstufen an Förderschulen gelte ein generelles Nutzungsverbot von Smartphones außerhalb des Unterrichts und bei allen Schulveranstaltungen, sagte eine Sprecherin des Kultusministeriums dem Evangelischen Pressedienst (epd) auf Anfrage. Diese Regelung wird zum neuen Schuljahr auf die Klassen fünf bis sieben ausgeweitet.
An weiterführenden Schulen entscheiden die Schulen selbst "im engen Dialog mit der Schulgemeinschaft vor Ort", ob sie die private Handynutzung außerhalb des Unterrichts erlauben und wie sie die genauen Regelungen gestalten, erläuterte die Ministeriumssprecherin. Gebe sich eine Schule keine eigene Nutzungsordnung, gelte grundsätzlich ein Nutzungsverbot wie an Grundschulen. Bereits jetzt hätten die Schulen die Möglichkeit, mit pädagogischen und vor Ort gut umsetzbaren Maßnahmen gegen mögliche Verstöße vorzugehen.
Medienerziehung als Aufgabe von Schule und Elternhaus
Für die Entwicklung schuleigener Regelungen zur Smartphone-Nutzung stellt das Ministerium den Schulen "ein umfassendes Informations- und Unterstützungsportfolio" zur Verfügung. Dort fänden sich auch ganz konkrete Beispiele, die im Rahmen des Schulversuchs "Private Handynutzung an Schulen" entwickelt sowie erfolgreich erprobt wurden. Wichtig sei in diesem Zusammenhang auch, den Erwerb von Medienkompetenz weiterhin zu stärken. Hierzu sei jüngst ein "digitalkompass.schule" mit Unterrichtspaketen veröffentlicht worden.
Die Sprecherin wies aber auch darauf hin, dass Medienerziehung bei Kindern und Jugendlichen nur gelingen könne, "wenn Schulen und Elternhäuser eng zusammenarbeiten". Denn Mediennutzung finde vor allen Dingen im privaten Umfeld statt. Für Erziehungsberechtigte gebe es eine Menge frei zugänglicher Materialien zu dem Thema. Zudem würden Schulen regelmäßig Elternabende zu diesen Themen anbieten. Die Schulen würden in diesem Bereich durch die Beratung digitale Bildung in Bayern unterstützt, hieß es.