München (epd). Das Leben in einem Flüchtlingslager ist ohnehin schwierig - für Menschen mit einer Behinderung, Schwangere oder alte Menschen aber noch einmal mehr. Diese Personengruppen hätten es "oft besonders schwer, an Nahrung, Hilfsgüter und medizinische Hilfe zu gelangen", teilte die Organisation Handicap International (HI) am Montag mit Blick auf den Internationalen Flüchtlingstag am 20. Juni in München mit. "Geflüchtete und Binnenvertriebene mit Behinderung werden häufig übersehen. Sie leben oftmals unter prekären Umständen", erläuterte die deutsche HI-Geschäftsführerin Ines Kipfer-Didavi.
Die Hilfsorganisation habe allein im vergangenen Jahr rund 380.000 Geflüchtete und ungefähr 360.000 Binnenvertriebene in 35 Ländern "mit umfassenden Reha-Maßnahmen und Projekten zur inklusiven Bildung" sowie mit dem Ausbau des barrierefreien Zugangs zu Hilfsmaßnahmen unterstützt. Ein großes Problem sei auch, dass viele Flüchtlingslager - die eigentlich ja nur vorübergehend bestehen sollten - bereits seit vielen Jahrzehnten existieren und immer noch mehr Menschen aufnehmen müssen. In ihnen leben oft mehrere Hunderttausend Menschen.