Würzburg (epd). Das Hilfswerk DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe kritisiert einen Vorschlag des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) in der aktuellen Flüchtlingsdebatte. Er hatte laut Medienberichten angeregt, darüber nachzudenken, Entwicklungshilfegelder für Staaten zu kürzen, die abgelehnte Asylbewerber nicht zurücknehmen wollen.

Das Asylrecht in Deutschland habe Verfassungsrang, reagierte darauf am Mittwoch in Würzburg DAHW-Vorstand Patrick Georg, "es darf nicht zum Spielball der politischen Debatte werden." Die Entwicklungszusammenarbeit müsse vom Asylrecht unabhängig betrachtet werden, so Georg. "Wir lehnen es entschieden ab, Menschen, die im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit unterstützt werden, als Druckmittel im Streit um das Asylrecht einzusetzen."

Die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe unterstützt medizinisch-soziale Projekte in Afrika, Asien und Lateinamerika.