Augsburg (epd). Anlässlich des 375. Friedensfestes ziert den Augsburger Rathausplatz in diesen Tagen ein besonderes Kunstwerk: ein aus Pappsteinen gefertigtes, rundes "Haus des Friedens", das am Sonntag fertiggestellt wurde. Es stehe für den notwendigen Friedensdialog und zeige, wie zerbrechlich der Friede sei, teilte das Büro des Augsburger Friedensfestes am Montag mit. Das Haus mit mehreren Räumen bestehe aus rund 2.500 Pappsteinen, Ideengeber des Projekts war der Kölner Künstler Frank Bölter.

Seit Mitte März konnten sich die Augsburgerinnen und Augsburger im Friedensbüro die vorgestanzten Pappelemente abholen, sie falten, bemalen oder mit einer persönlichen Friedensbotschaft versehen. Die Beteiligung der Bevölkerung sei unerwartet hoch gewesen, teilte das Friedensbüro am Montag weiter mit. So sind ganz unterschiedliche Botschaften gegen Hass, Krieg und Rechtsextremismus zu finden, zum Beispiel "Friede", "Shalom", "Macht Frieden + Menschlichkeit zur Staatsraison!" oder "Reden hilft".

Das Kulturprogramm des diesjährigen Augsburger Friedensfestes hat bereits am 8. Mai begonnen. Dabei wurde auch der Grundstein für das "Haus des Friedens" gelegt, das bis 26. Mai nun auf dem Rathausplatz stehen soll. Das Friedensfest ist diesmal auf drei Monate angelegt, um drei historische Jahrestage zu würdigen: das Ende des Zweiten Weltkrieges vor 80 Jahren am 8. Mai 1945, das Ende des Bosnienkrieges vor 30 Jahren im Dezember 1995 und das 375. Augsburger Friedensfest.

Das Augsburger Hohe Friedensfest wird jedes Jahr am 8. August gefeiert und erinnert an den Westfälischen Frieden. Am 8. August 1629, im Zuge des Dreißigjährigen Krieges, wurde den Protestanten der Stadt Augsburg die Ausübung ihres Glaubens untersagt. Erst im Westfälischen Frieden 1648 erlangten sie die Gleichstellung mit der römisch-katholischen Kirche, die bereits 1555 im Augsburger Religionsfrieden formuliert worden war.