München (epd). Der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hat beim 30. Bayerischen Hausärztetag am Samstag in München vor Medizinerinnen und Medizinern für die Arbeit auf dem Land geworben. Laut einer Mitteilung seines Ministeriums sagte Holetschek, das Ziel müsse auch künftig eine flächendeckende und bestmögliche medizinische Versorgung für alle Menschen in Bayern sein. Es gebe kaum eine Arztgruppe, der die Menschen so viel Vertrauen entgegenbrächten wie den Hausärztinnen und Hausärzten.
Eine Herausforderung sei, dass in den kommenden Jahren zahlreiche Ärztinnen und Ärzte in den Ruhestand gehen. "Wir müssen den Wandel aktiv mitgestalten und die hausärztliche Zukunft mit neuen Ansätzen sicherstellen", sagte Holetschek. Es brauche mehr Medizinerinnen und Mediziner, die bereit sind, den Beruf dort auszuüben, wo sie besonders gebraucht würden, etwa als Hausärzte auf dem Land. Es dürfe gerade angesichts des Fachkräftemangels keine Doppelstrukturen geben, und es dürfe keine Fokussierung auf die gewinnversprechenderen Ballungsgebiete geben. Zukunftsträchtig seien dagegen aus seiner Sicht multiprofessionelle Teams, die die immer knapper werdenden personellen Ressourcen bestmöglich nutzten.
Holetschek kritisierte die auf Bundesebene geplanten Gesundheitskioske: "Für Bayern als Flächenland können Gesundheitskioske, wenn überhaupt, nur ein kleines Mosaiksteinchen einer umfassenden Gesundheitsversorgung sein." Potenzial für diese Idee sehe er allenfalls in großen Städten als ergänzende Versorgungsstruktur.
Auch die Entwicklung der Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) beobachte er mit Sorge. Allein in Bayern sei die Zahl der MVZ seit deren Einführung 2004 von 9 auf 938 im August 2022 gestiegen. Rund 20 Prozent davon seien in der Trägerschaft privater Krankenhäuser und oft in Ballungsgebieten, wo sich Investoren mehr Gewinn versprächen.