München (epd). Die erwachsenen Bayern sind ziemliche Impf-Muffel: Während die Impfquoten bei den Schulkindern im Freistaat ganz ordentlich sind, erreichen die Erwachsenen bei etlichen der empfohlenen Schutzimpfungen bei unter 50 Prozent, wie das bayerische Gesundheitsministerium am Montag mitteilte. Bei Wundstarrkrampf (Tetanus) lag die Impfquote im Jahr 2021 bei 49,9 Prozent, bei Diphtherie bei 48,7 Prozent (2021) und bei Keuchhusten (Pertussis) bei 44,3 Prozent. Gesundheitsminister Klaus Holeteschek (CSU) sagte, damit werde "das große Potenzial der Impfungen" bei Weitem noch nicht ausgeschöpft.

Dabei bewirke "der kleine Piks einen großen Schutz für die Gesundheit der ganzen Familie", warb Holetschek anlässlich der Europäischen Impfwoche (23. bis 29. April) gemeinsam mit der Landesarbeitsgemeinschaft Impfen (LAGI) für Schutzimpfungen. Diese böten einen guten Schutz vor vielen gefährlichen Krankheiten. Es sei "wichtig, die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Impfzeitpunkte zu berücksichtigen". Im Trubel des Alltags vergesse man häufig, sich um den eigenen Impfstatus Gedanken zu machen, sagte er. Dabei seien Impfungen mit die wirksamsten präventiven Maßnahmen, die es in der Medizin gibt.

Bei Kindern lägen die Impfquoten in Bayern zur Schuleingangsuntersuchung "seit mehr als 20 Jahren" auf einem guten Niveau, erläuterte der Minister. Für Polio (Kinderlähmung), Diphtherie, Tetanus und Pertussis würden knapp 95 Prozent erreicht, bei Hepatitis B mehr als 86. "Dennoch ist auch beim Impfschutz unserer Kinder noch Luft nach oben", sagte Holetschek. So seien beispielsweise in Bayern nur 36,8 Prozent (2020) der Erstklässler gegen die Zeckenkrankheit FSME geimpft - obwohl inzwischen ganz Bayern Risikogebiet sei. Bei den Erwachsenen liege der FSME-Schutzstatus noch niedriger, nämlich bei 21,1 Prozent (2020).