München (epd). In Bayern sind derzeit so viele ukrainische Staatsangehörige sozialversicherungspflichtig beschäftigt wie in keinem anderen Bundesland. Laut einer Hochrechnung vom April 2023 seien es etwa 26.300, teilte das bayerische Innenministerium am Montag in München mit. Außerdem habe Bayern mit 7,8 Prozent (Stand: Juni 2023) bundesweit die mit Abstand niedrigste Arbeitslosenquote von Ausländern, auch bei den ausländischen Frauen, hieß es weiter.
Trotz der großen Erfolge bei der Integration von Ausländern in Bayern, die arbeiten dürfen, sei aber auch die Zuwanderung von Fachkräften ein zentrales Anliegen, sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) nach einem Treffen mit Arbeitsministerin Ulrike Scharf (CSU) und Ralf Holtzwart von der Bundesagentur für Arbeit zu den aktuellen Herausforderungen und Erfolgen des Arbeitsmarkts im Freistaat.
Um die Einwanderung von Fachkräften zu erleichtern, wurde in Bayern 2020 die "Zentrale Stelle für die Einwanderung von Fachkräften" gegründet, deren Verfahrenszahlen seitdem den Angaben zufolge jedes Jahr ansteigen (2021: 205; 2022: 930; 1. Quartal 2023: 370). Auch die zum 1. Juli 2023 in Betrieb genommene "fast lane" für Pflegefachberufe, um ausländische Pflegefachkräfte schneller anzuerkennen, bezeichnete Herrmann als sehr wichtig.
In fast allen Branchen würden in Bayern Arbeits- und Fachkräfte benötigt, sagte Ralf Holtzwart, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit. Die letzten Jahre hätten gezeigt, "dass Beschäftigungswachstum und damit die Stabilisierung der bayerischen Wirtschaft nur möglich war, durch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ausländischer Arbeits- und Fachkräfte, mittlerweile über eine Million". Auch die seit Februar 2022 nach Bayern kommenden ukrainischen Geflüchteten seien gut qualifiziert und wichtig für den Arbeitsmarkt.