München (epd). Noch bis zum 11. Juni untersucht der Bayerische Jugendring (BJR) im Forschungsprojekt "How are you?" die Lebenssituationen von queeren Menschen zwischen 14 und 27 Jahren in Bayern. An der rund 15-minütigen Online-Befragung kann man ohne Anmeldung oder Registrierung teilnehmen, teilte der BJR am Dienstag mit Blick auf den Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit (IDAHOBIT) an diesem Mittwoch (17. Mai) mit. Bislang hätten sich schon mehr als 850 Personen beteiligt. Ziel ist es, ein Bild "insbesondere zu Diskriminierungserfahrungen, Ressourcen und spezifischen Bedarfen" zu erhalten.

Der Fragebogen für "How are you?" wurde mit dem Institut für Diversity- und Antidiskriminierungsforschung (IDA) und mit der Hochschule Fresenius entwickelt. Das Projekt wird von einem Experten- sowie Community-Beirat begleitet, die auch an der Erstellung des Fragebogens beteiligt waren. "Verschiedene Studien zeigen, dass LSBTIQA-Personen in nahezu allen Lebensbereichen von Diskriminierungs- und Gewalterfahrungen betroffen sind", erläuterte BJR-Präsident Philipp Seitz. In Bayern gibt es bisher nur wenige Vereine und Projekte, Beratungsangebote oder Schutzräume für LSBTIQA-Jugendliche, beschreibt Seitz den Ist-Zustand.

Der BJR-Queerbeauftragte Patrick Wolf sagte, für queere Jugendliche spielten "spezifische queere Angebote, die Raum für Austausch, Vernetzung und Empowerment (auf Deutsch in etwa: "Selbstbefähigung") bieten, eine elementare Rolle". In der sensiblen Phase des Heranwachsens und Erwachsenwerdens bräuchten Jugendliche und junge Erwachsene "Unterstützung, Begleitung und den Kontakt zu Gleichaltrigen". Die nun gestartete BJR-Studie und ihre Ergebnisse könnten einen Beitrag leisten, "dass Bayern im bundesweiten Vergleich aufholt und Vielfalt im Freistaat noch selbstverständlicher wird". Eine Veröffentlichung sei für Ende 2023 geplant.