München (epd). Der Freistaat erhöht seine staatlichen Leistungen für die Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern deutlich. Die Zuwendungen steigen rückwirkend ab dem Jahr 2021 um fast sechs Millionen Euro auf jährlich rund 18 Millionen Euro, wie das bayerische Kultusministerium am Dienstag mitteilte. Ziel sei dabei, das gemeinsame deutsch-jüdische Kulturerbe zu erhalten, das jüdische Gemeindeleben in Bayern zu stärken und verbesserte Sicherheitsvorkehrungen an den Einrichtungen umzusetzen.

Im Beisein von Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) habe Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstag mit dem Präsidenten des Landesverbands der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern, Josef Schuster, und der Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, einen angepassten Vertrag unterzeichnet. Dieser Vertrag enthalte darüber hinaus eine zusätzliche moderate Steigerung der jährlichen Zahlungen, hieß es in der Mitteilung weiter.

Seit Jahren setze der bereits auf eine enge Kooperation mit den Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern. So wurde bereits 1997 ein erster Vertrag geschlossen, in dem sich der Freistaat Bayern zu jährlichen Zahlungen an die jüdische Gemeinschaft verpflichtete. Dieser Vertrag wurde in der Zwischenzeit mehrfach aktualisiert. Durch die deutliche Erhöhung der Leistungen soll im Wesentlichen dem erhöhten Sicherheitsbedürfnis der Jüdischen Gemeinden in Bayern Rechnung getragen werden.

Außerhalb dieses Vertrags fördere man weiter die Errichtung und Sanierung von Synagogen, Sakralräumen und Gemeindezentren für die jüdischen Gemeinden in Bayern. Dafür wurden bei den Vertragsverhandlungen vier Millionen Euro vereinbart. In den vergangenen Jahren habe man für diesen Zweck bereits rund 26 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.