München, Berlin (epd). Bayern hat laut einer Bewertung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) ein extremes Risiko für schwere Schäden im Falle eines "Jahrhunderthochwassers". Mit 8,29 Punkten erreichte Bayern den bundesweit höchsten Wert im errechneten "Hochwasser-Risikograd", teilte die Umweltorganisation am Donnerstag in Berlin mit. Ab 7,5 Punkten ist das Risiko laut Umwelthilfe "extrem". Neben Bayern wiesen Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen ebenfalls ein solches Risiko auf.
Insgesamt zehn Bundesländer hätten ein mindestens "sehr hohes Risiko". Auf ein mäßiges Risiko kommen dagegen Bremen, Hamburg und Berlin. Zur Ermittlung des Risikograds verrechnete die Umwelthilfe demnach die potenziell von Schäden betroffene Flächen mit den dortigen Wohnadressen. In Bayern wären laut DUH-Berechnung zahlenmäßig die meisten Wohnadressen betroffen - rund 65.500. Auch in Baden-Württemberg wären viele Menschen betroffen. Dort lägen etwa 54.600 Adressen in gefährdeten Gebieten. In Berlin seien es hingegen nur 151.
Ein Jahrhunderthochwasser ist statistisch gesehen einmal alle 100 Jahre zu erwarten, wobei sich diese Werte auf Messreihen in der Vergangenheit beziehen. Durch die Klimakrise und die landschaftlichen Veränderungen des vergangenen Jahrhunderts kommt es laut Umwelthilfe künftig häufiger zu Flutkatastrophen.