München (epd). Die Lehrerverbände haben jahrelang dafür gekämpft, nun kommt das Lohnplus für die bayerischen Grund- und Mittelschullehrkräfte. Stufenweise soll die Bezahlung ab 1. Januar 2024 angehoben werden, kündigte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach einer gemeinsamen Kabinettssitzung mit der Landesregierung aus Nordrhein-Westfalen am Dienstag an. Bayerns Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) sprach von einem "wichtigen Schritt", den man nun endlich umsetzen könne.

Alle Grund- und Mittelschullehrerinnen und -lehrer, die zum Jahresbeginn 2024 in den Besoldungsgruppen A12 oder A12 mit Amtszulage eingestuft sind, sollen in fünf Schritten eine monatliche Zulage erhalten. Ab 1. September 2028 erhalten dann alle Lehrkräfte an Bayerns Grund- und Mittelschulen endgültig A13. Auch Berufsanfänger erhielten diese Zulage ab 1. Januar. Außerdem sollen zum 1. Juni 2023 rund 4.000 Grund- und Mittelschullehrkräfte direkt in A13 befördert werden.

Der bildungspolitische Sprecher der CSU-Landtagsfraktion, Gerhard Waschler, sagte, die große Verantwortung von Grund- und Mittelschullehrkräften "bei der Förderung der grundlegenden Fähigkeiten und Werte" schlage sich "nun auch beim Lohn nieder". CSU-Politiker Wolfgang Fackler, Vorsitzender des Landtagsausschusses für Fragen des öffentlichen Dienstes, sagte, es liege "ein stimmiges und zielstrebiges Gesamtkonzept" auf dem Tisch. Dieses sei ein "wichtiges und richtiges Signal" für die Attraktivität des Lehrerberufs.

Tobias Gotthardt, Bildungspolitiker der Freien Wähler, erläuterte, die Anhebung der Besoldungsgruppe von Grund- und Mittelschullehrkräften von A12 auf A13 sei ein Herzensanliegen seiner Fraktion gewesen. Noch in dieser Legislaturperiode wolle man die dafür notwendigen Gesetze beschließen. Laut Gotthardt hätte seine Fraktion "eine noch schnellere Umsetzung der Besoldungsanpassung" als "Ausdruck echter Wertschätzung" gut gefunden - doch am Ende bleibe "die Freude darüber, dass eine Gerechtigkeitslücke geschlossen wird".

Mit der Gehaltsanpassung verdienen Grund- und Mittelschullehrer in Bayern künftig genauso viel wie Lehrkräfte an Realschulen und Gymnasium. Das bayerische A13-Niveau liegt teilweise deutlich über dem anderer Bundesländer. Auf Jahressicht können sich damit bis zu 7.000 Euro Gehaltsunterschied zu Lehrern aus anderen Bundesländern ergeben, die das dortige A13 erhalten.