Nürnberg, München (epd). Am Wochenende treffen sich die Mitglieder des Bayerischen-Journalisten Verbandes (BJV) zu ihrem Verbandstag in Nürnberg - und wählen einen neuen Vorstand. Zum inzwischen dritten Mal nach 2019 und 2021 muss sich der amtierende Vorsitzende der Journalisten-Gewerkschaft, Michael Busch, einer Kampfkandidatur stellen. Der Münchner Wissenschaftsjournalist Harald Stocker hat - zum zweiten Mal nach 2019 - angekündigt, ebenfalls für das Vorsitzenden-Amt zu kandidieren. Busch, im Hauptberuf Redakteur bei der Mediengruppe Oberfranken, hat den Posten seit dem Jahr 2013 inne.

Verbandskenner sagen vor Beginn der Mitgliederversammlung, dass die Kampfkandidatur Stockers durchaus Chancen haben könnte. Schon 2019 war die Abstimmung mit 46 zu 40 pro Busch relativ knapp. Dass es im größten Landesverband des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV) hinter den Kulissen rumort, ist nichts Neues - das liegt auch an den seit Jahren massiv sinkenden Mitgliederzahlen. Zu Amtsantritt Buschs hatte der BJV nach eigenen Angaben noch rund 8.200 Mitglieder, 2021 waren es noch etwa 6.400. Das ist freilich kein Problem der Journalisten-Organisationen alleine, sondern beinahe sämtlicher Gewerkschaften.

Pikant ist, dass einer der beiden stellvertretenden Vorsitzenden, Wolfgang Grebenhof, seinen Rückzug aus dem geschäftsführenden BJV-Vorstand angekündigt haben soll - unter einem möglichen neuen BJV-Chef Stocker sei Grebenhof allerdings bereit, weiterzumachen. "Ich habe gesagt, ich stehe für ein 'Team Busch' nicht mehr zur Verfügung", sagte Grebenhof am Mittwoch auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) dazu: "Die letzten zwei Jahre hat die Arbeit im Vorstand nicht so funktioniert, wie ich mir das vorstelle." Er habe allerdings nie gesagt, dass er überhaupt nicht mehr kandidieren wolle, betonte Grebenhof.

Busch selbst hatte auf die Gegenkandidatur Stockers mit einer privaten Mail an einige Mitglieder des BJV reagiert - und für einen geordneten Übergang geworben. Er wolle nun ohnehin das letzte Mal für den Vorsitz kandidieren. Busch sagte dem epd am Mittwoch auf Anfrage, der BJV habe sich in seiner Amtszeit in Politik und Gesellschaft eine hohe Reputation erworben und sei ein gefragter Gesprächspartner etwa beim Thema Medienkompetenz. "Ich finde diese aktuellen Entwicklungen schade, denn wir haben als Vorstandsteam seit 2021 viel erreicht", sagte Busch. Gleichwohl werde er als Demokrat natürlich jedes Ergebnis annehmen.