München (epd). Die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) bezeichnet den künftigen Umgang mit der Ressource Wasser in Bayern als "einen schwierigen Wettlauf mit der Zeit". Es gelte, dem Klimawandel die Stirn zu bieten. Sie prognostizierte am Mittwoch, nach dem ersten Treffen eines Runden Tischs Wasser in der bayerischen Staatskanzlei, Nutzungskonflikte um die Ressource Wasser. Um eine Ernährungssouveränität herzustellen, gelte es jetzt die Weichen zu stellen, sagte Kaniber. Wer über das Wassersparen spreche, dürfe nicht ausblenden, dass heute Lebensmittel in Bayern konsumiert würden, die aus Ländern stammten, in denen die Wasserknappheit bereits sehr hoch sei.
Die Dringlichkeit des Problems betonte auch der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Ziele einer Wasserpolitik seien es, weniger werdendes Wasser gleichmäßig zu verteilen und nicht gedankenlos mit Wasser umzugehen. Es müsse "Friede um das Wasser" geben, damit es nicht zu Verteilungskämpfen zwischen den verschiedenen Nutzern und den Regionen käme. Söder kündigte an, der geplante Wassercent werde nun im kommenden Jahr eingeführt.
Die Fraktion der Grünen im Landtag kritisierte den Runden Tisch "im Hauruckverfahren". Seit Jahren sei bekannt, dass Grundwasser und Trinkwasser in Bayern besser geschützt werden müssten. Die Söder-Regierung habe die Dringlichkeit bislang ignoriert. Die Grünen forderten unter anderem mehr Wasserschutzgebiete auszuweisen und die Entnahme von Tiefengrundwasser bis auf wenige Ausnahmen zu verbieten.
Der Vorsitzende des Landesbunds für Vogel- und Naturschutz, Norbert Schäffer, erklärte in einer Mitteilung, Bayern habe großen Nachholbedarf beim Gewässerschutz. Ein Programm zur Renaturierung von 10.000 Kilometern Bächen in Bayern müsse kommen, denn natürliche Bäche würden das Wasser viel länger in der Fläche halten als begradigte Bäche. Er forderte zudem die Wiederbewässerung trockengelegter Moore, die sowohl für den Klima- als auch den Artenschutz wichtig seien.