München, Berlin (epd). Für mehr Assistenzkräfte in Kitas und eine Verlängerung des "Sprach-Kita"-Programms will der Freistaat Bayern das Geld aus dem Kita-Qualitätsgesetz des Bundes verwenden. Wie Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Grüne) am Freitag in Berlin mitteilte, sollen die Länder jeweils knapp eine der insgesamt vier Milliarden Euro für einen besseren Fachkraft-Kind-Schlüssel (984 Millionen Euro) und die Gewinnung von Fachkräften (933 Millionen Euro) ausgeben. Somit würde etwa die Hälfte der Mittel für den Bereich Personal eingesetzt, sagte Paus. Das sei ein "klarer Schwerpunkt".

Bayern werde mithilfe der Bundesmittel seinen "Leitungsbonus" für alle Personalmaßnahmen im Bereich Pädagogik, Hauswirtschaft, Verwaltung und Praktikum öffnen, heißt es auf der Internetseite des Bundesfamilienministeriums. Um die Teams in den Einrichtungen zu verstärken würde weiterhin der Einsatz von Assistenzkräften gefördert. Ein spezielles Qualifizierungsmodul solle ihnen den Einstieg in die Kindertagesbetreuung und berufliche Weiterqualifizierung ermöglichen.

Fachkräfte für bayerische "Sprach-Kitas" sollen ab sofort über ein Landesprogramm "zunächst bis Ende 2024" weiter gefördert werden. Die im September 2019 eingeführte Beitragsentlastung um 100 Euro pro Monat und Familie solle für die gesamte Kindergartenzeit beibehalten, die Digitalisierung gestärkt werden.

Bundesfamilienministerin Paus gab am Freitag den praktischen Start des Ende vergangenen Jahres vom Bundestag beschlossenen Kita-Qualitätsgesetz bekannt. Mithilfe des Gesetzes will der Bund die Länder in diesem und im kommenden Jahr finanziell bei der Verbesserung der Kinderbetreuung unterstützen. Über die Verwendung der Mittel hat Paus mit jedem Bundesland Verträge abgeschlossen, damit die Mittel jeweils am sinnvollsten verwendet werden. Ausgegeben werden kann das Geld unter anderem auch für gesundes Kita-Essen, Gesundheitsvorsorge und für Bewegungsangebote. (002649/04.08.2023)