München, Berlin (epd). Für einen Kommentar zur Überheblichkeit der Deutschen bei deren Ablehnung der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar ist die Journalistin Dunja Ramadan mit dem Theodor-Wolff-Preis geehrt worden. Sie erhielt die Auszeichnung in der Kategorie Meinung am Mittwochabend in Berlin für den in der "Süddeutschen Zeitung" (München) veröffentlichten Text "Der Garten und der Dschungel", wie der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) mitteilte, der den Preis trägt.

In der Kategorie Reportage wurde Moritz Aisslinger geehrt. Sein Artikel "Dem Sturm ausgeliefert" war in der Wochenzeitung "Die Zeit" (Hamburg) erschienen und thematisierte das spurlose Verschwinden von 90 Containerschiffen und deren Mannschaften pro Jahr. Für das beste lokale Stück erhielt Julia Ruhnau den Preis. Unter dem Titel "Endlevel Hass" schrieb sie in den "Nürnberger Nachrichten" und der "Nürnberger Zeitung" über den "Drachenlord" - einen Blogger, der Hass und Abscheu der Netzgemeinde auf sich zieht.

Für das beste lokale Digitalprojekt wurden Jan Georg Plavec und Simon Koenigsdorff gewürdigt. Mit der "Klimazentrale Stuttgart" hätten sie für "Stuttgarter Zeitung"/"Stuttgarter Nachrichten" ein Angebot entwickelt, das Interessierten Antwort auf die Frage gebe: "Ist das nur Wetter, oder ist das schon Klima?". Den Preis für das Thema des Jahres "Der Krieg in Europa - Und was die Zeitenwende bedeutete" erhielt der Journalist Daniel Brössler für "Schreckliche neue Welt" ("Süddeutsche Zeitung") über Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und seine "Zeitenwende"-Rede am 27. Februar 2022 im Bundestag.

Der Theodor-Wolff-Preis erinnert an den Chefredakteur des legendären "Berliner Tageblatt". Wolff floh 1933 vor den Nazis ins französische Exil, wurde dort aber verhaftet und der Gestapo ausgeliefert. Er starb 1943 im Jüdischen Krankenhaus in Berlin. Der Preis ist mit insgesamt 30.000 Euro dotiert.