München (epd). Mit einer Aufklärungskampagne will die Bayerische Krebsgesellschaft das Thema Hodenkrebs in den Fokus rücken. Jungen und Männer zwischen 14 und 45 Jahren sollten ermutigt werden, sich regelmäßig selbst zu untersuchen, teilte die Gesellschaft am Freitag mit. Mit Slogans wie "Hands in the pants!" oder "Let's talk about eggs!" solle für die Früherkennung geworben werden. Unterstützt wird die Kampagne vom Bayerischen Fußballverband (BFV), der Profiboxerin Tina Schüssler und dem Schauspieler Stefan Murr, bekannt als Aiwanger-Double vom Singspiel beim Starkbieranstich auf dem Nockherberg.

Hodenkrebs sei bei Männern zwischen 20 und 45 Jahren die häufigste bösartige Tumorerkrankung, betonte die Krebsgesellschaft. Jedes Jahr erhielten rund 4000 Männer deutschlandweit diese Diagnose, in Bayern seien es rund 500 Männer. "Die monatliche Selbstuntersuchung ist wichtig, weil Jungen das letzte Mal zwischen 12 und 14 Jahren ärztlich an den Hoden untersucht werden", erklärte Günter Schlimok, Präsident der Bayerischen Krebsgesellschaft. Erst ab dem 45. Lebensjahr hätten Männer wieder einen gesetzlichen Anspruch auf Krebsfrüherkennung. Durch regelmäßiges Abtasten ließen sich Verhärtungen, Knötchen oder Schmerzen frühzeitig feststellen und urologisch abklären. "Je früher die Diagnose gestellt und der Hodenkrebs behandelt wird, umso höher sind die Aussichten auf Heilung", so Schlimok.

Hodenkrebs könne jeden treffen, sagte BFV-Präsident Christoph Kern. Mit Sébastien Haller, Marco Richter oder auch Timo Baumgartl seien jüngst drei Profifußballer an Hodenkrebs erkrankt. "Sie alle haben in dieser schwierigen Situation ihre Bekanntheit genutzt und auf das Thema aufmerksam gemacht", so Kern. Hodenkrebs sei kein Tabuthema, die Früherkennung "immens wichtig".