Stuttgart (epd). Die Forderung von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU), die am Samstag abgeschalteten Kernkraftwerke für einen möglichen Weiterbetrieb in Reserve zu halten, stößt bei seinem baden-württembergischen Kollegen Winfried Kretschmann (Grüne) auf Ablehnung. Da die Nutzung der Atomkraft dem Bundesrecht unterliege, sei aus Ländersicht schon "alles geschwätzt", sagte der Ministerpräsident am Dienstag in Stuttgart. Es sei sinnvoll, dass der Betrieb von Kernkraftwerken oder die Suche nach einem Endlager für Atommüll nicht von einem Bundesland verantwortet werden müsse, betonte der Ministerpräsident.

Die Abschaltung der letzten drei Meiler hat bei Kretschmann nach eigenen Worten nicht für Hochstimmung gesorgt. Die Schattenseite sei, dass man nun vermehrt auf konventionelle Kraftwerke zurückgreifen müsse, die klimaschädliche Emissionen produzierten. "Da gerät man nicht gerade in Feierlaune", bekannte der Grünen-Politiker. Es sei allerdings weder rechtlich noch technisch möglich, Kernkraftwerke einfach in Reserve zu halten, betonte Kretschmann. Auch handele es sich um eine unsichere Technologie.