München (epd). Der designierte neue bayerische Landesbischof Christian Kopp geht von weiter sinkenden Mitgliederzahlen der großen christlichen Kirchen aus. "Seit 20 Jahren verlieren beide großen christlichen Religionsgemeinschaften kontinuierlich Mitglieder. Und ja, das wird so weitergehen", sagte der Münchner Regionalbischof der "Bayerischen Staatszeitung" (Freitag).

Gesellschaftliche Trends wie Individualisierung und Singularisierung seien "sehr stark", betonte Kopp: "Dagegen kommen wir auch mit bester Praxis nicht mehr an." Selbst die besten Mitarbeitenden könnten diese "mächtigen Kräfte der Moderne nicht mehr beeinflussen".

Kopp sagte, im Vergleich zu anderen europäischen Ländern seien die Austrittszahlen in Deutschland in den vergangenen Jahren "sogar noch gemäßigt" gewesen. Die Menschen schauten "sehr stark auf den Nutzen", den ihnen eine Organisation bringt, erläuterte der Theologe. "Wenn man davon zu wenig spürt oder die Kirche als nicht wichtig empfunden wird für das eigene Leben, dann stellt sich die Frage: warum da noch Mitglied sein?"

Kopp war Ende März von der bayerischen Landessynode zum Nachfolger von Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm gewählt worden. Er tritt sein Amt am 1. November dieses Jahres offiziell an.