München, Dachau (epd). Am 78. Jahrestag der Befreiung des KZ Dachau am Sonntag (30. April) hat Kultusminister Michael Piazolo der Opfer des NS-Terrors gedacht. Er würdigte die Bedeutung Dachaus als Ort des Lernens und Erinnerns. "Vor 90 Jahren begannen hier Unrecht, Unmenschlichkeit, Leid und Mord, getrieben von fanatischem Hass und ideologischer Verblendung", sagte er laut Redemanuskript. Zehntausende unschuldiger Menschen hätten im KZ Dachau und seinen Außenlagern ihr Leben verloren. Die Grausamkeit der Verbrechen "halle bis heute nach". An diesem Ort durchdrängen Schmerz und Trauer jeden Gedanken.
Da es kaum noch Zeitzeugen gebe, wachse die Bedeutung der Relikte als steinerne Zeugen. Die baulichen Zeugnisse der Lagerzeit würden jedoch fragil. Daher sei es wichtig, die Überreste des ehemaligen Lagers als Beleg für die Nazi-Gräueltaten zu bewahren. Wo sich das Geschehen ereignete, seien Erkennen, Begreifen und Lernen ganz besonders möglich, so Piazolo. Deshalb werde die Gedenkstätte erneuert und umgestaltet, unter anderem mit neuen Bildungsräumen in der Baracke West.
Nur eine Gesellschaft, die sich aktiv erinnere, könne den Bedrohungen der Demokratie erfolgreich begegnen, sagte Karl Freller, Direktor der Stiftung Bayerischer Gedenkstätten. Dass eine Demokratie sich mit demokratischen Mitteln selbst abschaffen könne, lehre die Erfahrung aus der Weimarer Republik.
Das KZ Dachau bestand laut Kultusministerium als einziges Konzentrationslager während der gesamten zwölf Jahre der NS-Diktatur und diente den anderen Konzentrationslagern als Vorbild. Im Hauptlager und den Außenlagern wurden mehr als 41.000 Menschen ermordet. Am 29. April 1945 wurde das Lager durch amerikanische Truppen befreit.
Bis 30. September ist in der KZ-Gedenkstätte Dachau die Sonderausstellung "Auftakt des Terrors - Frühe Konzentrationslager im Nationalsozialismus" zu sehen.